At the Bottom of the Sea 

Karsten Krause, D 2020, 49 min, engl. OF

Der Südwesten von Texas war einmal Teil eines Meeresgrundes, der im Laufe der Zeiten zu Bergen, Prärie und Wüste wurde. Beinahe archäologisch trägt At the Bottom of the Sea die unterschiedlichen (Ge-) Schichten des Landstrichs ab. Natur ist nicht unberührt, sondern ein Dokument konstanter Bewegung und Zirkulation, selbst im vermeintlichen Stillstand. Kalkstein, über Jahrhunderte entstanden, wird innerhalb kurzer Zeit abgebaut. Menschen durchqueren die Region, um in die USA migrieren zu können. Sie hinterlassen Habseligkeiten – und bleiben manchmal selbst zurück.
Die Landschaft erscheint zunächst als Imagination des Pittoresken. Doch dieses Bild hält der Realität nicht stand. Sie wirkt nicht mehr grenzenlos, sondern tückisch. At the Bottom of the Sea holt verschiedene Dimensionen des Terrains an die Oberfläche, so wie einst der Meeresgrund hervorkam.

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Nach zwei Stunden waren zehn Minuten vergangen | At the Bottom of the Sea https://filmfest-hamburg.reservix.de/p/reservix/event/1607021

METROPOLIS

SA 03.10.

11:30 Uhr

GAST: KARSTEN KRAUSE

Nach zwei Stunden waren zehn Minuten vergangen

Steffen Goldkamp, D 2019, 20 min, OmeU

Rituale des Wartens: auf dem Bett sitzen, liegen, schlafen. Routinen der Wachsamkeit: Spülkästen durchsuchen, Geschenke öffnen, Briefe lesen. Ein Jugendknast auf der Elbinsel Hahnöfersand. Nur wenige Schiffsminuten sind es von hier bis zu den Landungsbrücken. Hinter den Mauern verinselte Leben in verordneten Räumen, von draußen dringen nur wenige Echos herein. »Wer hat die Gang zusammengehalten?«, fragt ein Häftling ins Telefon und gibt sich selbst die Antwort: »Keiner, seitdem ich weg bin!« Eine Schildkröte bricht aus. Eine Streichsonate von Beethoven setzt ein.
Die Zeit ist eingeschlossen in eine Zelle, die eng und endlos ist. Warten und Wachsamkeit. Was kommt als Nächstes?

METROPOLIS

SA 03.10.

11:30 Uhr

GAST: STEFFEN GOLDKAMP