Gerhard Friedl. Ein Arbeitsbuch 

Buchpräsentation mit Lesung und Filmvorführung

Gerhard Benedikt Friedl (1967–2009) hat ein ebenso schmales wie einzig- artiges Werk hinterlassen. Aus elementaren, scheinbar einfachen Komponenten entsteht in seinen beiden Dokumentarfilmen Knittelfeld – Stadt ohne Geschichte (1997) und Hat Wolff von Amerongen Konkursdelikte begangen? (2004) ein kristallklares und gleichzeitig hermetisches, dicht geknüpftes Gewebe. Friedls präzise Weise, Bild und Erzählung miteinander zu konfrontieren, hat den Möglichkeiten des filmischen Nachdenkens über Landschaften, Geschichte, Verbrechen, Politik und Ökonomie eine bis dahin unbekannte, faszinierende Variante hinzugefügt. »Gerhard Friedl war jemand, der das Kino als ein operatives Mittel begriff, als etwas, mit dem gesellschaftliches Material umgegraben oder aufgesprengt werden kann. Termitenkino, oder: die Kunst, in die gleißenden Weltbildwände ringsum Löcher zu schlagen« (Alexander Horwath).

Zehn Jahre nach Friedls Tod im Sommer 2009 macht der von Volker Pantenburg herausgegebene und hier vorgestellte Band »Gerhard Friedl. Ein Arbeitsbuch« die Arbeit des Filmemachers zum ersten Mal umfassend sichtbar. Eine Lesung mit Matthias Hirth, dem Sprecher der Kommentare zu Knittelfeld und Amerongen, ergänzt die Präsentation und geht der Filmvorführung der 16mm-Kopie von Knittelfeld voraus.

Volker Pantenburg (Hg.): Gerhard Friedl. Ein Arbeitsbuch. Österreichisches Filmmuseum / Synema, Wien 2019. 272 Seiten mit zahlreichen Faksimiles und Fotos.

 

Knittelfeld – Stadt ohne Geschichte

Gerhard Benedikt Friedl, AUT/D,1997, 35 min, OmeU

Im Off ist die Geschichte der Familie Pritz zu hören, ein Eskalationsnarrativ immer groteskerer Verbrechen. Im Bild: unscheinbare Orte der österreichischen Kleinstadt. »Anders als andere österreichische Kleinstädte erfuhr Knittelfeld eine Herausforderung: Im Jahr 1977 siedelte sich die Familie Pritz in Knittelfeld an und konfrontierte Knittelfeld mit einem für österreichische Kleinstädte sehr unüblichen Ausmaß an Unglück, Totschlag und Verbrechen.« (Friedl) »Knittelfeld ist ein deprimierender Film und sehr gelungen.« (Isabella Reicher)

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METROPOLIS

FR. 02.10.

11:00 Uhr

GAST: MATTHIAS HIRTH UND VOLKER PANTENBURG