Zugreifen und angreifen – Analoger Film, Archiv & dokumentarisches Arbeiten

Dokumentarisches Arbeiten ist immer auch sichtbar machen, was nicht sichtbar war oder es nie werden sollte: Mit dem rapide (und fast vollständig) durchgeführten Wechsel von analogen Filmproduktions- und Präsentationsweisen zum digitalen Medium droht all jenes, das diesen Übergang nicht vollzieht – weil es nicht digitalisiert wurde und somit kaum zeigbar oder weiter zu bearbeiten ist – beim Schritt aus der Vergangenheit in die Gegenwart ins Stolpern zu geraten. Wie so oft sind es Künstler*innen, die sich die Fähigkeiten bewahren, auf diese Bilder zuzugreifen, die jenseits von Verwertungslogiken und ökonomischen Interessen existieren. Wie wird der Zugriff auf ein vermeintlich obsoletes Medium, die abjekten Seiten der Geschichte filmisch sichtbar und verhandelbar gemacht? Mit Initiativen wie dem indonesischen „Lab Laba-Laba“ und dem „LaborBerlin“ weitet sich dieses persönliche künstlerische Interesse zu einer Schaffung von Infrastruktur aus, die potenziell Zugriff auf diese Dokumente einer anderen Ära möglich macht.Im Rahmen dieser Veranstaltung werden Arbeiten von Rizki Lazuardi und Bernd Lützeler gezeigt und mit ihnen besprochen. Die Installation »Eastman of Mr. East on East« von Rizki Lazuardi ist ab dem 19. April im Festivalzentrum zu sehen.
„Unterwegs mit Maxim Gorkiy“ wird als Super-8-Projektion zur Veranstaltung gezeigt.

Alejandro Bachmann leitet den Bereich Vermittlung, Forschung, Publikationen des Österreichischen Filmmuseums und schreibt regelmäßig – Schwerpunkt: Dokumentar- und Experimentalfilm. Webseite vom Filmmuseum Wien

Bernd Lützeler lebt zwischen Berlin und Mumbai als Künstler und Filmemacher. Er ist Mitglied des analogen Filmlabors LaborBerlin. Seine Arbeiten drehen sich um Techniken der Bewegtbildproduktion und -Präsentation im Verhältnis zu Form und Wahrnehmung und wurden u.a. im Centre Pompidou, auf der Berlinale, beim IFF Rotterdam und den Views from the Avant-Garde gezeigt. Webseite von Bernd Lützeler

Rizki Lazuardi ist indonesischer Künstler, Kurator und Mitglied des analogen Filmlabors „Lab Laba-Laba“ in Jakarta. In seinen Arbeiten setzt er sich mit der Bedeutung von Archiven und der Flüchtigkeit von Informationen auseinander. Er lebt und arbeitet in Hamburg. Webseite von Rizki Lazuardi

FOTOFABRIQUE-GÄNGEVIERTEL

SA 22.04.

16:00 Uhr

GÄSTE:
ALEJANDRO BACHMANN
RIZKI LAZUARDI
BERND LÜTZELER

in Kooperation mit

Unterwegs mit Maxim Gorkiy

Kolija Kunt/Bernd Lützeler (R), D 2014, 11 min 

wird als Super-8-Projektion zur Veranstaltung gezeigt.