Moghen paris – und sie ziehen mit

Katharina Copony (R/K), Stefan Neuberger (K) AT 2016, 61 min, dt. OF

Es beginnt in einem Wald aus Korkeichen. Wie verwunschen und aus der Zeit gefallen verleihen die Bäume dem Filmbild eine Textur. Doch sie tragen die Wunden des menschlichen Eingriffs, der ihre Stämme bloßlegt. An den Häuserwänden eines kleinen Dorfes deuten einzelne Handabdrücke das Kommende an. Und dann ziehen sie ein. Mit schwarz bemalten Gesichtern, Fellen und Perücken erobern sie den Ort. Sie wirken archaisch, wären nicht die Artefakte unserer Zeit, die in das Geschehen eingebunden sind. Angeknüpfte Schweineohren lassen das Küchensieb zur Kopfbedeckung werden, eine kaputte Herdplatte wird am Band durch die Gassen gezogen. Es wird zerstört, denn darum geht es. Es ist das Ende des Winters, genauer der Aschermittwochskarneval, der den Anlass für das Treiben bietet. Hier feiert die sardische Bevölkerung ein Ritual, dessen Zeichen für Außenstehende fremd wirken und einen doch begleiten in einen Rausch, der hier in eine filmische Form übertragen wird und den Zuschauer mitreißt.

B-MOVIE

FR 21.04.

22:30 Uhr

GAST: KATHARINA COPONY

DEUTSCHLANDPREMIERE