ER SIE ICH

Carlotta Kittel (R), Andac Karabeyoglu (K)
D 2017, 87 min, dt. OF

Schon bevor die Filmemacherin zur Welt kam, haben ihre Eltern den Kontakt zueinander abgebrochen. Carlotta Kittel stellt ihrer Mutter und ihrem Vater getrennt vor der Kamera Fragen zur gemeinsamen Vergangenheit. Danach zeigt sie die Aufnahmen dem jeweils anderen. Die Eltern reagieren auf das Gesagte, kommentieren die Version der anderen Seite und stellen ihre eigene gegenüber. Die beiden Sichtweisen weichen voneinander ab, teilweise widersprechen sie sich und immer wieder tun sich schwerwiegende Gedächtnislücken auf – oder sind es eher „Gedächtnislügen“? Durch die genauso einfache wie stringente Form des Films entwickelt sich eine Dynamik zwischen den Eltern, die den Eindruck eines Dialogs erzeugt.
„Uns in einen Dialog setzten – ich wüsste nicht, wie das gehen soll“, sagt die Mutter gegen Ende des Films. Darauf erwidert die Regisseurin: „Nicht in echt, im Film.“ Und vor dem inneren Auge des Betrachters entspinnt sich aus dem Dialog der Erinnerungen ein ganz eigener Film über ein Elternpaar, das „nie eines war“.

METROPOLIS

SO 23.04.

16:00 Uhr

GAST: CARLOTTA KITTEL UND TEAM

HAMBURGPREMIERE