African Mirror

Mischa Hedinger (R), CH 2019, 84 min, schweizerdt., franz. OmeU

Der Film macht genau das, was der Titel erahnen lässt. Er hält dem Publikum an Hand von 16mm-Aufnahmen und Texten aus René Gardis Nachlass den Spiegel vor und lädt ein, den europäischen Blick auf Afrika zu reflektieren. Das Afrikabild, wie es von Gardi in seinen Filmen und Büchern geprägt wurde, war das des „schönen, nackten Wilden“, der in einem unberührten Idyll lebt. Mehr als um eine ethnografische Studie ging es Gardi um die subjektive Konstruktion eines Sehnsuchtsortes. Mischa Hedinger deckt in seinem Film die Risse in diesem Konstrukt auf – auch indem er Brüche in Gardis persönlicher Geschichte mit der des Kolonialismus verwebt. Mit sehr genauer Komposition und einer fordernden Diskrepanz zwischen Bild und Ton entlarvt der Film einen europäischen Blick auf Afrika, der sich möglicherweise seit Gardis Wirken nicht verändert hat. Die Rolle des Filmemachens und der Bildproduktion spielen hier eine besondere Rolle und legen offen, wie gerne wir den Blick in diesen Spiegel noch immer abwenden.

CineEuropa Review

www.africanmirror.ch 

METROPOLIS

FR 05.04.

17:30 Uhr

GAST: MISCHA HEDINGER

HAMBURG-PREMIERE