LICHTMESS

FR 17.09.

20:30 UHR

GAST: RAINER FRIMMEL

Q&A: DEUTSCH

Aufzeichnungen aus der Unterwelt

Tizza Covi, Rainer Frimmel, AUT 2020, 115 min, OmeU 

„Hat es so etwas wie eine Unterwelt gegeben in Wien?“ ist eine der ersten Fragen aus dem Off an Alois Schmutzer, den vermeintlichen „Unterwelt-König“. „Hat’s doch nie gegeben“, antwortet dieser. Und trotzdem haben Kurt Girk, Alois Schmutzer und seine Schwester Heli einiges zu erzählen aus dem Wien der Kriegs- und Nachkriegsjahre. „Es war eine traurige Kindheit“, erzählt Girk, „aber in unserer Straße haben immer gute Leute gewohnt.“ Schmutzers Vater, erst im KZ Dachau inhaftiert, wurde später erschossen im Wald gefunden. Das von den Behörden kriminalisierte „Stoss“-Spiel, vermeintliche Verwicklungen in kleinkriminelle Machenschaften und Schlägereien bringen den Fleischer Schmutzer für zehn und den Wienerlied-Sänger Girk für acht Jahre unschuldig ins Gefängnis. Schmutzer erlangt dadurch traurige Berühmtheit. Beide verbindet eine lange Freundschaft. Ein ehemaliger Wärter erzählt vom damaligen Straf- und Gefängnissystem. Der auf 16mm gedrehte S/W-Film archiviert somit ein Stück vergangene Wiener Milieu- und Kneipengeschichte und erzählt gleichzeitig von den Repressalien der österreichischen Nachkriegszeit. (jk)