Combat Obscura

Miles Lagoze (R/K), USA 2018, 70 min, engl. OF

Eine Texttafel zu Beginn macht klar, dass es sich in diesem Film um rein subjektive Sichtweisen handelt, die sich nicht mit der offiziellen US-amerikanischen Sicht decken. Dann ein Hip-Hop-Einstieg ins Material. Während wir den Abschuss eines Granatwerfers und in der Ferne die dazugehörende Detonation sehen, hören wir einen Soldaten im Off sagen: „Holy Shit – it‘s the wrong building.“ Umschnitt auf eine ausgelassene beatboxende Gruppe von US-Soldaten in einem Zelt. Eine zweite Texttafel: „The footage in this film was shot by myself and other Marine Combat Cameramen in Afghanistan 2011-2012“. Der Rahmen des Films ist abgesteckt und das Folgende auf eine perverse Art und Weise einsortiert und erwartbar. Viele der Bilder scheinen wir aus unzähligen YouTube-Clips zu kennen, doch selten zuvor gab es eine so dichte, beinahe surrealistische Annäherung an eine tausende Kilometer entfernte Kriegshandlung. Dabei vermeidet der Film in seiner kontrastierenden Montage des teils grausamen Materials auf eindeutige Schuldzuweisungen und Komplexität reduzierende Erklärungen und bietet uns stattdessen einen intensiven Einblick in die Paradoxien soldatischen Alltags im Afghanistankrieg.

B-MOVIE

FR 05.04.

22:00 Uhr

GAST: MILES LAGOZE