Der Funktionär

Andreas Goldstein, D 2018, 72 min, dt. OF

Klaus Gysi war einer der führenden Kulturpolitiker der DDR. Ein Meister der Gesten und des geschickten Taktierens im sozialistischen Apparat. 1988, kurz vor dem Ende der DDR, entließ ihn die Partei aus dem Staatsdienst. 1999 starb er. Knapp 20 Jahren nach seinem Tod hat sein Sohn Andreas Goldstein einen Film über den Vater gedreht – über einen Mann, den er als Junge nur in Momentaufnahmen erlebt hat und der auch noch für den erwachsenen Sohn voller Widersprüche bleibt. Sein Film ist ein (auto)biographischer Essay mit einer Fülle von Familienfotos, Archivmaterial aus dem DDR-Fernsehen und Bildern aus Ostberlin. Goldstein: „Die Not, diese Geschichten zu erzählen, erwächst nicht aus der Vergangenheit, sondern aus der Gegenwart. Heute werde die Konflikte der DDR dramatisiert und durchweg auf den Gegensatz von Freiheitswillen und Repression reduziert. Sie bilden dabei weniger die DDR ab, als vielmehr eine Gegenwart, die sich selbst legitimieren muss und nun in diesen Erzählungen als Erlösung erscheinen kann.“

METROPOLIS

FR 05.04.

20:00 Uhr

GAST: ANDREAS GOLDSTEIN