METROPOLIS

SO 24.04.

13:30 UHR

GAST: JÜRGEN ELLINGHAUS

Q&A: DEUTSCH

Ein Ort namens Wahala

Jürgen Ellinghaus, D 2021, 56 min, OmeU

1903 schuf die deutsche Kolonialadministration beim Flüsschen Chra in Togo eine »Besserungssiedlung«, in der Personen, die der kolonialen Ordnung wegen »Unbotmäßigkeit« im Wege waren, zwangsangesiedelt wurden. Kabiye, Losso, Konkomba, Gurma, Mossi, Kotokoli, Akposso und Moba wurden aus ­ihren Heimatorten, meist Hunderte Kilometer entfernt, hierher nach Wahala gebracht. Ihre Stimmen aus der Vergangenheit brechen sich in Bildern der Gegenwart. Am 11. November jeden Jahres wird am Soldatenfriedhof von Wahala feierlich der 1914 hier gefallenen Soldaten und des Waffenstillstands, mit dem 1918 der Erste Weltkrieg endete, gedacht. Im August 1914, kurz nach der Schlacht an der Chra zwischen deutschen und französisch-britischen Kolonialtruppen, wurde die erste deutsche Kapitulation des Ersten Weltkriegs unterzeichnet. Sie bedeutete die Aufgabe des damals als »Musterkolonie« bezeichneten Deutsch-Togoland. Aber die Geschichte von Wahala reicht weiter zurück, und schon der Name des Ortes erinnert an seine schmerzhafte Vergangenheit. (rg)