Forgetting Vietnam 

Trinh T. Minh-ha, USA 2015, 90 min, engl. OF

›Forgetting Vietnam‹ ist eine filmische Auseinandersetzung mit dem Erbe des Vietnamkriegs, 40 Jahre nach dessen Ende. Trinh baut ihre Erzählung auf den zentralen Mythen Vietnams auf und entfaltet den Film als einen Dialog zwischen Land und Wasser. Land (đất) und Wasser (nứớc) bilden im Vietnamesischen den Begriff der Nation (đất nứớc) und sind somit in der Entstehung Vietnams untrennbar. Dieser elementare Gegensatz ist zugleich kulturelles Konzept und ordnendes Prinzip des Films. So wechselt ›Forgetting Vietnam‹ zwischen Aufnahmen von 1995 und 2012 – zwischen Vergessen und Erinnerung, Altem und Neuem. Im Alltag ihrer Protagonistinnen spielen diese Dualitäten eine wichtige Rolle. So erwachen die alten Kriegstraumata im kollektiven Gedächtnis immer wieder neu, sobald aktiv versucht wird, sie zu vergessen. Gleichwohl hinterfragt der Film durch das Aneinanderfügen der verschiedenen Aufnahmezeiträume den Imperativ einer linearen Zeitlichkeit in Bezug auf Vergangenes und Gegenwart. Beide sind immer Ausdruck des jeweils anderen.

METROPOLIS

SO 19.04.

15:00 Uhr