METROPOLIS

FR 22.04.

14:00 UHR

GAST: OLGA KOSANOVIć

Q&A: DEUTSCH

Genosse Tito, ich erbe

Olga Kosanović, D/AUT 2020, 27 min, serb. OmeU

„Es ist eigentlich alles ursimpel.“ Olga Kosanovićs ironischen Kommentar in ihrem Kurzfilm ›Genosse Tito, ich erbe‹ könnte man höchstens ernst nehmen, wenn man ihn auf die Leichtigkeit ihres Filmemachens beziehen würde. Ansonsten sind die Dinge natürlich kompliziert, vielschichtig, verwoben und verworren. Diesen Verwirrungen auf den Grund zu gehen, reist die in Österreich aufgewachsene Filmemacherin mit ihrer Mutter, ihrem Bruder und ihrer Kamera in das im Süden Serbiens gelegene Haus ihrer Großeltern. Die drei Generationen verhandeln während der Tätigkeiten in Haus und Garten nicht bloß die Frage, was mit dem in Zukunft zu vererbenden Haus geschehen soll, sondern durchspielen in Gesprächen Möglichkeitsformen der (eigenen) Geschichte, Identität und des Heimatbegriffs. Die Perspektive der Kamera und der selbstreflexive Blick der Regisseurin vermengen sich zu einer leichten Bewegung durch die Szenerie und lassen dabei grundlegende Fragen des Lebens an die Oberfläche einer idyllischen Landschaft treten. (mr)

METROPOLIS

FR 22.04

14:00 Uhr

GÄSTE: SOPHIE GMEINER, SIMON DALLASERRA

Q&A: DEUTSCH

Frauenfragmente: Gini und Resi 

Sophie Gmeiner, D/AUT 2020, 44 min, dt. OmeU

„Eins, zwei, drei, ich bin Regina Gmeiner, ich wohne in Kössen und bin 62 Jahre alt. Nein, 61 Jahre.“ Regina (Gini), die Mutter der Filmemacherin, erzählt von Resi, ihrer Schwester. Davon, wie diese trotz geistiger Behinderung ihr Leben größtenteils autonom führen konnte, von ihrer großen Lebenslust, aber auch von Gewalt und Diskriminierung, die sie erfahren hat. Sie spricht auch von sich, von Schicksalsschlägen und zerplatzten Träumen. Anhand dieser (Familien-)Geschichten entfaltet sich ein Bild der Lebensverhältnisse und sozialen Ungerechtigkeiten im Kontext der kleinen Tiroler Dorfgemeinschaft. Dabei wirft Sophie Gmeiners behutsamer Einblick in das Leben ihrer Mutter und Tante nicht zuletzt relevante Fragen nach Inklusion und Care-Arbeit auf und entlarvt alltägliche Ressentiments sowie gesellschaftliche Missstände. Die feinfühlig und vielschichtig erzählte Familien­geschichte ist zugleich ein Film über den unverwüstlichen Humor zweier Verbündeter. (ek)