Heimat ist ein Raum aus Zeit

Thomas Heise (R), Stefan Neuberger (K), D/AUT 2019, 218 min, Sprachfassung

Immer wieder fährt die Kamera Orte ab: eine Berliner Straßenbahn, ehemalige NVA-Kasernen, Bahnhöfe, Reihenhäuser, Wälder. Mal stehen die Aufnahmen in direkter Korrespondenz mit der Erzählung aus dem Off, mal ist es die eigene Assoziation, die sie mit den Überlegungen des Films verbindet – „Heimat ist ein Raum aus Zeit“. Es ist die Geschichte von Heises Familie, von seinem kommunistischen Großvater, der eine Wiener Jüdin heiratet, von seinem Vater Wolfgang, der als Philosophieprofessor in der DDR wirkte, seiner Mutter, seinem Bruder. Eine Collage aus persönlichen Fragmenten, Briefen und Notizen erzählen von ersten Lieben und verschwundenen Träumen, von Zweifeln und Hoffnungen und immer auch von der Geschichte Deutschlands, die in den Biographien seine Spuren hinterlässt. Die Schrecken des ersten Weltkriegs, die traumatischen Folgen der Deportationen der NS-Zeit, die ideologischen Konflikte der Intellektuellen in der DDR, die Umbrüche nach der Wiedervereinigung. Das Zeitgeschehen schreibt sich ein – in die Landschaft und die Lebensläufe derer, die sie Heimat nennen.

METROPOLIS

SA 06.04.

17:00 Uhr

GAST: THOMAS HEISE