Hören und Sehen – Das Voice-over im Dokumentarfilm

 

Im Spannungsfeld zwischen Kunst und politischer „Aufklärung“ besitzt besonders das Voice-over vielseitige formale Potenziale, die sehr unterschiedliche Beziehungen zum Publikum entwickeln können. Der/die Sprechende befindet sich außerhalb des Bildraums und der filmischen Welt in einer Art Zwischenraum – eine Position, die nicht selten Misstrauen bei Zuschauer*innen weckt. Andererseits erzeugt das Voice-over neue Kontexte und Sichtweisen, lenkt den Fokus auf An- und Abwesendes im Bild und übernimmt eine Vermittlerrolle. So bricht das Voice-over auch mit der Illusion einer ungefilterten Wirklichkeitswahrnehmung und trifft damit in das Herz der uralten Frage, was ein Dokumentarfilm will, ist, kann und darf.

Anhand der beiden Filme SÜHNHAUS und SAND UND BLUT aus dem aktuellen Festivalprogramm wollen wir mit den Filmschaffenden und dem Publikum über die Möglichkeiten und Beschränkungen des Voice-overs diskutieren.

FESTIVALZENTRUM FRAPPANT

SA 14.04.

14:00 Uhr

MODERATION: LINA PAULSEN UND JULIA CÖLLEN