LICHTMESS

FR 22.04.

20:30 UHR

GAST: ARTHUR SUMMEREDER

Q&A: DEUTSCH

Motorcity

Arthur Summereder, AUT 2021, 86 min, OmeU

Beschleunigungsrennen sind vielleicht so etwas wie die Überemphase einer zu Ende gehenden Epoche automobilen Fortschritts. Aus heutiger Sicht gleichermaßen abseitig wie faszinierend. Summereders Film porträtiert einige Detroiter*innen, die diesem irrwitzigen Sport ihr Leben widmen. Das Ergebnis ist ebenso eine Tiefenbohrung in die Geschichte ­einer Stadt, die wie keine andere mit der Automobil­industrie assoziiert wird, wie auch unfreiwillig komisch, ohne dabei jedoch jemals respektlos zu sein. Dafür sorgen nicht zuletzt die US-amerikanischen Einreisebeamten, denen die geringe Anzahl von Unterhosen im Reisegepäck des Filmemachers suspekt erscheint und sie am Zweck seiner Einreise zweifeln lässt. Die allgemeine Sinnfrage ist also gestellt. ›Motorcity‹ ist ungefähr so lang, wie 1290 Beschleunigungsrennen dauern würden, und entfaltet eine Erzählung, die im Gegensatz zu ihrem behandelten Gegenstand nicht immer wieder von vorn beginnt, sondern einige ­prägnante Aussagen über eine Gesellschaft und ihren Vorwärtsdrang an sich trifft. (mg)