METROPOLIS

SO 24.04.

18:30 UHR

GAST: MARTIN GRESSMANN

Q&A: DEUTSCH

Nicht ­verrecken

Martin Gressmann, D 2015-2021, 110 min, OmdU

KZ Sachsenhausen, der Belag der Lagerstraße wech­selt von Stein zu Asphalt, von Schotter zu Kies. Da­rüber lässt man Gefangene laufen, erst 32, dann 48 Kilometer am Tag. Sechs Reichsmark pro »Läufer« kassiert die SS von Schuhherstellern wie Salaman­der, Bata und Co., die ihre Produkte dann auf Ab­rieb, Festigkeit und dergleichen untersuchen las­sen. Später, die Rote Armee nähert sich den Lagern, müssen die Häftlinge wieder laufen. In Kolonnen zu 500 werden sie auf Todesmärsche durch Branden­burg und Mecklenburg getrieben, durch Dörfer, wo die Bewohner*innen verstohlen hinter den Fenstern stehen, die Erschießungen von Zurückbleibenden beobachten. Schaut man genau hin, zeigt sich das Schicksal der Gepeinigten noch im Gelände. Und die Geschichte zeichnet auch die Menschen, die Über­lebenden oder die »Bystander«: Geschehenes und Gesehenes ist allen eingebrannt … Sechs Jahre hat Martin Gressmann an dieser dichten Recherche ge­arbeitet, die uns wie eine präzise Tiefenbohrung das Grauen der letzten Kriegstage vor Augen führt. (tg)

Gesprächsprotokoll der Duisburger Filmwoche hier.

taz-Artikel zum Film hier