Night Passage 

Trinh T. Minh-ha, USA 2004, 98 min, engl. OF

›Night Passage‹ wird als einer der beiden Spielfilme von Trinh gehandelt. Das ist eine mögliche Sichtweise. Inspiriert von der Novelle ›Milky Way Railroad‹ von Kenji Miyazawa aus dem Jahr 1927 wird das Buch als Fantasyklassiker und als Kinderbuch rezipiert. So changiert auch der Film zwischen Genres, Fiktion und Dokument. Was sich mit Sicherheit sagen lässt: Zwei junge Frauen begeben sich auf eine Reise. Die Reise ist eine Metapher für die Passage zwischen Leben und Tod, ihr Vehikel des Reisens ist gleichermaßen ein Zugabteil wie auch die Kamera selbst. Darüber hinaus ist ›Night Passage‹ vieles mehr: Der Film denkt über neue Handlungsräume im Universum des Digitalen nach. Er bietet ein Referenzsystem der Zeichen an, das in der Summe auch die koloniale Matrix der US-amerikanischen Geschichte enthält. Und nicht zuletzt ist er ein Streifzug durch die künstlerische Avantgarde Kaliforniens, in der mitnichten entschieden ist, wo die Grenzen zwischen Poesie, Technologie und Esoterik verlaufen – oder ob sie überhaupt relevant sind.

METROPOLIS

SA 18.04.

16:30 Uhr