METROPOLIS

SA 23.04.

13:15 UHR

GAST: VALÉRIE PELET

Q&A: DEUTSCH

Notes on a Tropical Archive

Valérie Pelet, AUT/IDN 2020, 27 min, engl. OF

Eine alte Erzählung über eine Frau, die wunderschöne Vögel besaß, die für ihren Gesang weithin bekannt waren. Eines Tages weigern sie sich, zu singen. Auf der Suche nach den Gründen für ihr Verstummen spielt auch eine Begegnung mit einem Affen, der sich im Dschungel versteckt, um sein Mensch-Sein nicht zu verlieren, eine Rolle. In Valérie Pelets Film treffen Zitate aus überlieferten Fabeln und populären indonesischen Spielfilmen auf Bilder von Architekturen und Landschaften, denen ihre imperiale Vergangenheit anhaftet. Wer sind die Menschen in dieser Umgebung, denen wir am Meer, auf Märkten und Festen oder beim Beobachten einer Sonnenfinsternis ­zusehen? Valérie Pelets Essayfilm bleibt stets subtil, und die Fragen, die sie aufwirft, scheinen vor allem nach den richtigen Adressat*innen zu suchen: Welche Rolle spielt das Regime? Sei es das der westlichen Kolonisatoren oder die Suharto-Diktatur, und wie wird Geschichte verarbeitet? Vor wem versteckte sich der Affe im Dschungel? (mg)

METROPOLIS

SA 23.04.

13:15 UHR

GAST: VALÉRIE PELET

Q&A: DEUTSCH

Augusts Orte

Valérie Pelet, AUT 2021, 41 min, dt. OmeU

Während im Monat August die Menschen innerhalb Europas konzise ihre Urlaubsreisen planen, sind andere in weniger komfortabler Lage. Auch sie reisen, aber nicht zur Erholung, sondern aus Gründen existenzieller Not. Valérie Pelet folgt den Stationen ihres marokkanischen Schwagers, der seit 2020 auf humanitäres Bleiberecht in Österreich wartet. So treffen kafkaeske Schilderungen von Auflagen der Schengen-Bürokratie für Nicht-Europäer*innen auf Bilder, die – zumeist am Wasser – den sommerlichen Müßiggang derer zeigen, die schon drin sind. Das 16mm-Material scheint wie von der Augustsonne ausgeblichen zu sein, vielleicht ein Hinweis darauf, dass unbeschwerter Reisebetrieb im 21. Jahrhundert in mehrfacher Hinsicht zu überdenken sein könnte. Dennoch kein moralischer Aufruf, zu Hause zu bleiben: „Am Strand sind Menschen auf der Suche nach einer neuen Hautfarbe“, sagt Pelet und lädt damit zur Selbstreflexion ein. Das geht vielleicht sogar besser, wenn einem dabei die Kinosonne auf den Bauch scheint. (mg)