Persistence 

Anne Hufschmid und Jan-Holger Hennies, MEX/D 2019, 54 min, span. OmeU

In Mexiko gelten mindestens 40.000 Menschen als vermisst. Meist sind es Jugendliche, die spurlos verschwinden. Immer wieder werden Massengräber mit Leichenteilen gefunden. Selbstorganisierte Kollektive, wie die »Grupo Vida« oder das »Colectivo Solecito« bestehen meist aus Angehörigen von Opfern und geben ihnen Rückhalt in der Unerträglichkeit ihres Schicksals. Mit selbst angeeignetem forensischem Fachwissen und Equipment suchen sie unermüdlich nach Gräbern und führen dort Ausgrabungen durch, in der Hoffnung, aus den Fragmenten eine Person identifizieren zu können. Viel Rückhalt vom Staat und seinen Institutionen können sie dabei meist nicht erwarten. Der Film verfolgt die Arbeit der Kollektive nüchtern und distanziert. Diese Herangehensweise eines aus der Außenperspektive agierenden Filmteams ermöglicht es, die Komplexität der Zusammenhänge sowie die psychologischen Abgründe zu erahnen, schafft Raum für eine qualitative Auseinandersetzung mit der Thematik und erkennt dessen Dringlichkeit.

FESTIVALZENTRUM

SO 19.04.

14:00 Uhr

GAST: Jan-Holger Hennies