Piqueuses 

Kate Tessa Lee, Tom Schön, D/Mauritius 2019, 84 min, OmeU

Marie Louise Édouard lebt auf der Insel Rodrigues im Indischen Ozean. Dem Krakenspießen, ihrer Tätigkeit und Lebensgrundlage, geht sie nicht mehr nach. Umwelteinflüsse und veränderte Märkte sind Gründe, die Politik führt Regeln ein, legt Zeitfenster fest, definiert den Zugang. Der Film fokussiert auf die Frau und ihren Alltag – in konkreter Abwesenheit und doch spürbarer Gegenwart ihres einstigen Lebenszentrums. Andere Jobs müssen her, es wird improvisiert. Um sie herum, an den Rändern des Gesichtsfelds, am Horizont der ruhigen, lange gehaltenen Bilder einer lichtdurchfluteten, immer leicht in Bewegung befindlichen Landschaft, ist immer die Lücke spürbar. Das Globale, der Klimawandel, die Ökonomie, der Untergang einer Tradition sind im Film mitgedacht, werden aber in seiner Form auf ein konkretes Erleben von Raum und Zeit, von Landschaft und Alltag rückgebunden: Letztlich beschreibt der Film vor allem ein In-der-Welt-Sein, das nicht mehr hinterherkommt, eine Stasis, von der Schönheit ausgeht, die ihren Fluch vergessen macht.

FILMPROGRAMM

METROPOLIS

SO 19.04.

17:30 Uhr

GAST: KATE TESSA LEE, TOM SCHÖN