Purple Sea

Amel Alzakout, Khaled Abdulwahed, D 2020, 67 min, OmeU

Das Boot ist gesunken, Menschen treiben im Meer. Nur gelegentlich taucht die Kamera, wie um Luft zu holen, kurz auf – um sogleich wieder unterzutauchen. Denn über Wasser wartet keine Rettung: Der Horizont steht Kopf, ist in permanenter Kippbewegung, und das Ufer in Sicht könnte auch das sein, dem man zu entkommen versucht. Unter Wasser ist es stiller, die Schreie sind gedämpft. Der Text aus dem Off, gesprochen aus Erinnerungsbildern und den Zukunftsvorstellungen einer Frau, die eine Geliebte ist, eine Mutter, eine Studentin – und Überlebende. Die Migrationsroute über das Mittelmeer ist das Setting von ›Purple Sea‹, von hier aus entfaltet Amel Alzakout die drängenden Fragen nach Zeugenschaft und Unterlassungen des Westens. Im Angesicht der humanitären Katastrophe macht der Film ein Angebot, das ohne Zweifel verstörend ist. Aber wir können es auch als einen Akt des Anvertrauens verstehen und die ausgestreckte Hand ergreifen!

METROPOLIS

SA 18.04.

20:00 Uhr

GÄSTE: AMEL ALZAKOUT, KHALED ABDULWAHED