Ralfs Farben 

Lukas Marxt, AUT/D/F/ES 2019, 74 min, OmeU

„Wir können nicht dasselbe Licht verwenden, sondern völlig neue Schlüssel mit völlig neuem Licht, und selbst
diese sind bedingt auffindbar“, sagt Ralf einmal. Die Sätze des schizophrenen Mannes begleiten einen guten
Teil des experimentellen Porträts von Lukas Marxt (in enger Kooperation mit Michael Petri), legen sich
über die Bilder von Lanzarote, wo der Protagonist zurückgezogen lebt. Landschaft und Kino amalgamieren
in diesem Film, sind Denk- und Empfindungsräume eines Innen und doch eben auch projizierte Bilder eines
Außen. Das Denken des Mannes im Zentrum des Films verläuft nicht entlang gerader Linien, sondern in
Kreisen, Spiralen und Möbiusschleifen und bestimmt die filmische Struktur in ihrer Gesamtheit: Man verliert
sich in diesem Raum, in der Zeit, in den Distanzen, sucht vergeblich nach einem Standort im eigentlichen,
physischen Sinne und findet ihn stattdessen (und als Ergebnis dieser Unsicherheit) in einer Haltung, einer
gewissen Formation des Denkens, die – paradoxerweise – in dauerhafter Bewegung verweilt, in einer „Sukzession
der sich wandelnden Zustände“ (Deleuze).

FILMPROGRAMM

METROPOLIS

FR 17.04.

19:00 Uhr

GÄSTE: LUKAS MARXT & MICHAEL PETRI