Shoot for the Contents 

Trinh T. Minh-ha, USA 1991, 101 min, engl. OF

Zitate und Allegorien ziehen sich durch den Film; eine fragende Vielstimmigkeit bleibt bis zuletzt. Die Blicke suchen zunächst das Exotische, »Typische«: die traditionellen Künste Chinas – Kalligrafie, Malerei, Oper, Gartenkunst –, die ländliche Lebensweise, in Erdbauten, Stelzendörfern, Kanalstädtchen. Die Kamera scheint hier seltsam stumm, mäandernd, unbeteiligt. Gespräche, teils inszeniert, teils überlappend und asynchron geschnitten, finden in separaten Settings statt; sie berühren Filmzensur, Tian’anmen und Chinas Afrikapolitik.
China als mysteriöses Gebilde, das, dem alten, in der Elite beliebten Gesellschaftsspiel gleich, durch wiederholte Raten entschlüsselt werden soll: „Den Inhalt (verschlossener Kästen) erraten“, auch: ›Shoot for the Contents‹ kann somit auf dokumentarische Praxen per se verweisen oder in Bezug auf das Niederschießen der Tian’anmen-Proteste gelesen werden. „They couldn’t distinguish all the different forms, so they were aiming blindly at the contents“.

METROPOLIS

DO 16.04.

18:30 Uhr