LICHTMESS

DO 21.04

17:45 Uhr

GÄSTE: MAREIKE BERNIEN, ALEX GERBAULET

Q&A: DEUTSCH

Sonne Unter Tage 

Mareike Bernien, Alex Gerbaulet, D 2022, 39 min, dt. OmeU

Eine mehrstimmige Erzählung tastet sich durch die Zeiten, wie durch das Dickicht bei einer Nachtwanderung. Wo ist der Anfang? Verdunkelte Ansichten, erhellt durch den Schein einer Taschenlampe oder fluoreszierendes Mineral, werden zur Metapher für zufällige Entdeckungen und Verborgenes. Die Bildebene führt dabei die Grenzen der Sichtbarkeit selbst vor Augen und visualisiert so die Wirkung der unsichtbaren radioaktiven Strahlen, an deren Geschichte der Film sich entlangzieht. Strahlen, die man weder fühlen noch riechen oder schmecken kann, die aber geopolitische und körperliche Spuren hinterlassen haben. Im Fokus der Geschichte stehen die Uranabbaugebiete in Sachsen und Thüringen, die von der ehemaligen Sowjetisch-Deutschen Aktiengesellschaft Wismut zeugen, die von 1946 bis 1990 einer der größten Uranproduzenten weltweit war. Auf beunruhigende Weise strahlt das Archiv deutscher Nukleargeschichte ohne absehbares Ende bis in unsere Gegenwart und darüber hinaus. (jk)

Auf Shortfilm.de findet sich ein aktuelles Porträt von Alejandro Bachmann über Alex Gerbaulet.

 

LICHTMESS

DO 21.04.

17:45 Uhr

GAST: RHEIM ALKADHI

Q&A: ENGLISCH

Arrival Points 

Rheim Alkadhi, LB/GR/D 2021, 40 min, engl. OF

Ein unglaublich dichter Text, der organisch fließend seine (Erzähl-)Perspektive, seine Sprachform und seine Fixpunkte wechselt, bildet das Herzstück von ›Arrival Points‹. Die Stimme der Erzählerin legt sich über Super-8-Material, Schwarzbilder oder Found-Footage-Handyfotos. Ob auf dem Majnoon-Ölfeld im Südirak, dem von der Explosion zerstörten Beiruter Hafen, den Küstengebieten von Lesbos oder im abgebrannten Flüchtlingslager Moria und dessen Nachfolge-Camp: Die Kamera bewegt sich suchend über Vorgefundenes und imaginär Abwesendes. Im Zen­trum der künstlerischen, ethnografisch anmutenden Recherche steht die Beschreibung von Fluchtbewegungen, Grenzpolitiken und Ankunftsprozessen an den Außengrenzen der EU. Der mal kollektive, dann wieder subjektive Formen annehmende Text beleuchtet den fluiden Charakter dieser Ankunftsorte und die an den EU-Grenzen herrschende Gewalt. Dabei werden Techniken des Krieges, der Globalisierung, aber auch der Bildherstellung und des Überlebens auf eine poetische Art benannt und befragt. (ek/mr)

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