Sühnhaus

Maya McKechneay (R), Martin Putz (K), AUT 2016, 96 min, dt./engl. OmU

 

Über die Vergangenheit lerne man wenig, aber über Gesellschaft, die sich erinnert, erzähle die Geschichtsschreibung viel. Das erklärt die Filmemacherin gleich zu Beginn des Films, der sich auf die Spurensuche eines tödlichen Unglücks macht, das sich 1881 im Wiener Ringtheater ereignete. Ein Feuer zerstörte das gefüllte Haus, es starben fast 400 Menschen in einer Nacht – die auf den billigen Rängen. Denn was passierte, war vielmehr ein Versagen der Autoritäten als ein zufälliges Unglück. Die Geister der Vergangenheit scheinen bis heute die Adresse am Schottenring heimzusuchen. Das vom Kaiser zur Wiedergutmachung auf den Ruinen des Theaters errichtete Sühnhaus fand kaum Mieter – unter ihnen jedoch der junge Sigmund Freud, der hier seine Praxis hatte. Heute versteckt sich hinter einer unscheinbaren 60er-Jahre-Fassade die Polizeidirektion. Immer tiefer dringt der Film ein in die düstere Geschichte dieses Geisterhauses, sucht nach Spuren des Ereignisses im heutigen Wien und wird zur Anatomie einer Verdrängung.

METROPOLIS

SA 14.04.

16:00 Uhr

GAST: MAYA MCKECHNEAY

HAMBURG-PREMIERE