B-MOVIE

SA 23.04.

21:30 UHR

GAST: MAYA CONNORS

Q&A: DEUTSCH

The Dunes Said

Maya Connors, D/ARG 2021, 23 min, engl./span./dt. OmeU

Ffffffffftttt, Krkkrkrk, Shhhhh – lautmalerisch, um die Bewegung von Wind und Sand kognitiv erfassbar zu machen. Der Mensch steht in der Sanddüne und fragt nach ihrer Beschaffenheit, ihrem Wesen. Auf der einen Seite liefert das helmholtzsche Gesetz eine wissenschaftliche Erklärung für die Bildung von Sanddünen, auf der anderen Seite steht eine fiktive Erzählung über eine auf Sanddünen erbaute Stadt. In den 1930er Jahren gründet Carlos Gesell den Ort ­Villa Gesell an der argentinischen Ostküste. Es gelingt ihm in langjähriger Arbeit, spezielle Pflanzenarten sowie Bewaldung auf den Wanderdünen zu kultivieren. Sein Interesse gilt dabei nicht nur der wirtschaftlichen Nutzung der Bäume, sondern vielmehr der Verwirklichung einer alternativen Arbeits- und Lebens­gemeinschaft. Maya Connors begibt sich in ihrem ­essayistischen Film in einer materiellen Verdichtung an den Gründungsmoment des Ortes und fragt nicht nur nach dem Beginn einer Geschichte, dem Verhältnis von Mensch und Natur, sondern auch nach alternativen Formen des kollektiven Erinnerns. (mr)

B-MOVIE

SA 23.04.

21:30 UHR

GAST: SAMUEL PARKES HEINRICHS

Q&A: DEUTSCH

Derweil

Samuel Parkes Heinrichs, D 2020, 45 min, dt. OmeU

Welzow in der Niederlausitz, umgeben von Braunkohlebrachen, eine Gegend, zu der es keine aktuellen Landkarten gibt. 17 Dörfer haben die riesigen Tagebaubagger bereits verschlungen. Das Ende der Förderung ist beschlossen, doch Jahre noch wird die größte bewegliche Maschine der Welt sich weiter durch die Erde fressen. Die Kamera verfolgt beobachtend Raum und Menschen, durchmisst eine Landschaft, die in Jahrzehnten einmal blühen, mit großen Seen und Wäldern zum Freizeitparadies werden soll. Und derweil: Junge Männer unterwegs auf Fahrrädern, auf Motorrädern, aus der Luft tastet die Kamera die zerklüftete Topografie ab, ein Touristenbus auf Sightseeing an der Abbruchkante, das Fußballspiel lokaler Vereine, Feierabendrausch… In der driftenden Form, im Nebeneinander der Szenen, im Wechsel von Bewegung und Stillstand, im Umkreisen und Erkunden von Mensch und Raum gelingt eine Betrachtung von Zwischenräumen und Übergängen, die sich dem Erwarteten und dem Klischee immer wieder verweigert – und zuweilen auch hingibt. (tg)