B-MOVIE

SA 23.04

17:45 Uhr

GÄSTE: RUBEN VAN DEN BELT

Q&A: DEUTSCH

Ungenordet 

Ruben van den Belt, NL/D 2021, 22 min, niederländ. OmdU

Im Versuch, Aussagen über die Entwicklung der Welt zu treffen, kommt der Filmemacher Ruben van den Belt in seinem Essayfilm ›Ungenordet‹ an etwas nicht vorbei, das von vergleichbarer Größe zu sein scheint: das Selbst. In einer filmischen Reisebewegung geht er seine autobiografischen Stationen ab, hinterfragt ihre Konstitutionen und setzt seine persönlichen Erwartungshaltungen dazu ins Verhältnis. Wie stellte er sich als Kind in einem niederländischen Reihenhaus seine Zukunft vor? Wie wäre sein Alltag jetzt, hätte er sich in der holländischen Provinz niedergelassen? Wie kommt er in seiner neuen Wahlheimat Hamburg zurecht? Mittels einer dialektischen Verfahrensweise konfrontiert und reflektiert er seine Selbstfindung schließlich doch mit großen Fragen an die Gegenwart, indem er feinfühlig und formal geschickt die Perspektiven in ihrer Bandbreite mäandern lässt. Das Ergebnis ist ein vom sympathischen Voiceover getragener Kurzfilm, der als selbstkritisches Generationsporträt verstanden werden kann. (mr)

B-MOVIE

SA 23.04.

17:45 Uhr

GAST: NAAMA HEIMANN

Q&A: ENGLISCH

Picnic at Hanging Rock 

Naama Heiman, D 2021, 46 min, engl. OmdU

Eine Wohngemeinschaft in Köln-Bickendorf. Naama Heiman wohnt dort mit ihrem langjährigen Freund Biniam. Sie leiht seine Kamera und richtet sie auf ihn. Nach kurzer Zeit schon entzieht er sich, Naama filmt trotzdem weiter. Auf anfänglich harmonische Szenen folgt der Kommunikationsabbruch, fortan bleibt seine Zimmertür verschlossen. „The only thing left is my subjective voice-over“, konstatiert die Filmemacherin und rekapituliert in ihren Erzählungen die (schöne) gemeinsame Vergangenheit, ergänzt durch messerscharfe Beschreibungen des gegenwärtigen Zustands. Die Kamera lauert derweil weiterhin vor der verschlossenen Zimmertür. Dazwischen Beobachtungen des bürgerlichen Alltags der Nachbar*innen, gespickt mit wütenden Reflexionen der eigenen Unzufriedenheit. Der humorvolle, bisweilen anmaßende Film gibt einen intimen Einblick in das Verhältnis zweier Menschen zwischen Freundschaft, unerwiderter Liebe und Obsession. „Is this what true love is supposed to feel like? I really hope not.“ (ek)

Gesprächsprotokoll der Duisburger Filmwoche hier.