Zustand und Gelände 

Ute Adamczewski, D 2019, 120 min, OmeU

Spuren der NS-Vergangenheit gibt es überall, doch Ute Adamczewski hat sich auf den Weg gemacht, sie beispielhaft freizulegen. Beginnend in Sachsen, wo gleich nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten 1933 unzählige „wilde Konzentrationslager“ entstehen. Sie werden mit dem Ziel errichtet, politische Gegner*innen (aus KPD, SPD und Gewerkschaften, Journalist*innen, Schriftsteller*innen) mittels Haft, Folter und Mord aus dem Weg zu räumen. Kaum etwas weist heute auf die frühere Existenz dieser teils spontan errichteten Lager hin, doch die Orte selbst gibt es häufig noch. Es sind Turn- und Fabrikhallen, Kasernen, Schlosskeller und Gaststätten.
Im Film werden sie mit Textfunden aus Archiven oder auch Berichten von Gefangenen konfrontiert. Trotz der so erzeugten visuellen und erzählerischen Dichte markiert der Film, auch über seine ausgefeilte Tongestaltung, mit Nachdruck eine Lücke. Denn hier ist nichts abgeschlossen, die Spur gerade erst aufgenommen, und „Nazijäger*in“ bleibt leider ein Beruf mit Zukunft.

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METROPOLIS

SA 03.10.

17:00 Uhr

GAST: UTE ADAMCZEWSKI